Die lange Suche hat ein Ende: Smart #5

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Die lange Suche hat ein Ende: Smart #5
Die lange Suche hat ein Ende: Smart #5
  • 31.10.2025
  • Level 1
  • E-Auto

Eine ewige Suche liegt hinter uns. Mit Hund und Kind wurde unser Tesla Model 3 SR+ (gerade der Kofferraum) doch oft zu klein. Wobei schon viel rein geht, aber die Höhe bzw. der Zugang oft ein Problem war. Eigentlich haben wir auf das neue Model Y Juniper gewartet. Aber technisch hat sich nicht wirklich viel getan. Klar, viele kleine Details. Aber am Ende bekämen wir fast das gleiche Auto wieder. Beim Thema Akku und Laden gab es ja schon länger keine Entwicklung mehr bei Tesla. Also ging die Suche nach einer Alternative los. Und dann haben wir gemerkt, dass unser 5 Jahre altes Model 3 doch noch ziemlich gut abschneidet. Umso schwerer fiel die Suche. Aber sie hat jetzt ein Ende.

Die ewige Suche

Ursprünglich wollten wir gebraucht kaufen. Kombi oder SUV. Keine Limousine mehr (obwohl ich die deutlich schöner finde). Ein BMW iX1, Kia EV6 oder Skoda Enyaq. Aber selbst gebraucht landet man schnell über 40.000 Euro, wenn man ein paar Haken setzt. Wirklich unglaublich, welche Preise da noch aufgerufen wurden. Sogar den Audi e-tron der ersten Generation hatten wir uns angeschaut. Die verbrauchen zwar extrem viel, aber sind vergleichsweise günstig in der Anschaffung. Hyundai IONIQ 5 oder Mercedes EQA kamen auch infrage. Den Ford Mustang Mach-E sind wir auch gefahren. Aber alles hatte irgendwelche Haken oder war deutlich zu teuer für das Gebotene. Kein einziges Mal hatten wir direkt das Gefühl, dass ein Auto uns sofort komplett abholt und gefällt.

Also doch neu kaufen? Der neue Hyundai Kona war okay, aber mit Frontantrieb hatte er bei leichter Nässe schon mit der Traktion zu kämpfen. Den Xpeng G6 hatten wir zwar auf die Liste aufgenommen, aber das Händlernetz ist noch sehr dünn. Bei BYD hat uns der Sealion 7 extrem gut gefallen. Eigentlich alles dran, was man braucht. Aber wir waren Anfang des Jahres zu früh für eine Probefahrt. Ein BMW i5 Touring ist zwar top, aber extrem lang und außerhalb des Budgets. Den Volkswagen ID.7 hätten wir gerne getestet, aber im komplett leeren Autohaus hatte sich niemand zuständig gefühlt. Das Gleiche beim ID.BUZZ. Bei allen anderen Autohäusern wurde uns ohne große Nachfragen sofort eine Probefahrt angeboten! Was ist da los, Volkswagen?

Der Skoda Enyaq war insgesamt sehr nah dran. Auch optisch extrem schön! Aber kein One-Pedal-Driving, fehlender Frunk, kein digitaler Schlüssel und eine Rückfahrkamera wie vor 20 Jahren konnten uns nicht überzeugen. Zumal die Sprachsteuerung praktisch gar nicht funktioniert hat. Am Ende lag es nie an der Qualität der Fahrzeuge oder dem Fahrgefühl. Das ist überall (ausreichend) gut. Es waren immer fehlende Haken auf einer Checkliste, welche wir für das Geld nicht als Kompromisse hinnehmen wollten. Tesla verdirbt einen etwas. Preis/Leistung ist da wirklich weit vorne. Software und App sowieso. Ich verstehe bis heute nicht, dass sich die Gerüchte über die angeblich schlechte Qualität bei Tesla weiterhin halten.

Am Ende sind wir bei Smart gelandet. Der Smart #1 und Smart #3 hatten uns auch schon gefallen, aber die vergleichsweise klein. Umso überzeugender war die Vorstellung des Smart #5. Im Showroom waren wir direkt begeistert! Als wir uns reingesetzt haben, kam direkt ein gutes Gefühl auf. Super gemütlich, extrem viel Platz, schnelle Software und extrem starke Ladewerte. Leider konnten wir nur den BRABUS testen, der mit Allrad und über 640 PS komplett unnötig ist. Etwas dezenter von außen durfte es auch sein.

Also haben wir am 24.07.2025 den Smart #5 Premium online bestellt. Geliefert wurde über einen Monat schneller als ursprünglich angegeben (12.09.2025). Das Ergebnis siehst du hier.

Video

Hausbau-Kurs

Basis dieses Videos ist smart OS 2.1.0. Hoffentlich werden einige der genannten Themen in zukünftigen Versionen behoben.

Info: Laut Moritz Leicht (smart-emotion.de) ist Wolfgang Ufer (neuer CEO ab 03/2026) auch nicht glücklich mit der Sofware-Situation. Ich hoffe, dass dann richtig Bewegung in das Thema kommt!
Info: Solltest Du eine Anhängerkupplung benötigen, sollte diese im Bestellprozess nicht mit ausgewählt werden! Laut einem Thread auf smart-emotion.de ist eine Nachbestellung deutlich günstiger (ca. 1.500 Euro statt 2.200 Euro). Am besten vorher beim Händler anfragen.

Fazit

Es ist unglaublich viel Geld! Autos sind ja generell sehr teuer geworden. Ich hätte aber niemals gedacht, dass ich im Leben einmal so viel Geld für ein Auto ausgeben werde. Und ich bin unglaublich dankbar, dass wir uns das überhaupt leisten können. Im Gegenteil: Ich habe eher ein schlechtes Gewissen, so viel Geld für ein Auto auszugeben. Das steht eigentlich in keiner Relation. Aber man gönnt sich ja sonst nichts, oder?

Warum kein Tesla Model Y Juniper? Am Ende hat sich für uns zu wenig getan. Klar, es wurde an vielen kleinen Stellen optimiert. Und das Ergebnis ist wirklich gelungen. Eigentlich das perfekte Gesamtpaket – außer der Akku-Technologie und der Ladeleistung. Da hängt Tesla momentan irgendwie etwas hinterher. Der Hauptgrund war aber, dass wir (gefühlt) fast genau das gleiche Auto wieder bekommen würden, wie wir schon haben. Ja, Tesla hat viel gelernt und stellt ein top Gesamtpaket hin. In Schwarz als Heckantrieb (maximale Reichweite) mit den schöneren Alufelgen kostet das Auto sogar fast exakt das Gleiche. Und bietet im Kofferraum sogar mehr Platz als der Smart. Aber irgendwie wollten wir etwas anderes.

Ich freue mich jetzt jedenfalls auf die längeren Urlaubsfahrten durch ganz Europa. Immerhin versuchen wir fliegen so gut es geht zu vermeiden und machen meistens Urlaub mit dem Auto.

Falls übrigens jemand weiß, wo diese ganzen günstigen gebrauchten E-Autos stehen sollen, die angeblich niemand haben will: gerne eine Info an mich. Ein richtiges Schnäppchen habe ich in monatelanger Suche eigentlich nie gefunden.

Was uns richtig gut gefällt

  • Vergleichsweise kompakte Außenmaße (nur 4,7 Meter Länge)
  • Fahrkomfort und Platzangebot (gerade auf der Rückbank)
  • Getönte Scheiben serienmäßig
  • Ladeleistung (400 kW DC / 22 kW AC serienmäßig)
  • 100 kWh Akku-Kapazität (94 kWh netto)
  • Große 13” OLED-Displays und schnelle Software
  • OTA-Updates (funktionieren bisher sehr gut)
  • Kein Start-Knopf (wozu auch?)
  • Wireless Apple CarPlay (und Android Auto)
  • Keine laufenden Kosten für Konnektivität
  • Assistenz-Systeme funktionieren zuverlässig
  • Erstklassiges Soundsystem
  • AVAS ist nicht so aufdringlich wie bei anderen Fahrzeugen
  • Es gibt einen App-Store (und hoffentlich bald mehr Apps)
  • Anhängelast von 1.600 kg gebremst / 750 kg ungebremst (100 kg Stützlast)
  • 8 Jahre Garantie (max 160.000 km) auf Hochvolt-Komponenten

Was uns nicht gefällt

  • Die App ist ziemlich dünn und braucht teilweise ewig
  • Fahren ohne Schlüssel (mit Smartphone) ist ausbaufähig
  • Fahrerprofile können nicht an Schlüssel geknüpft werden
  • Sprachbefehle funktionieren nicht mit Spotify und co
  • Filtern nach Ladeanbietern bei Routenplanung fehlt
  • 1-Pedal Driving geht nicht im Rückwärtsgang
  • Schilder-Erkennung funktioniert eher schlecht
  • Lenkrad hat keine kapazitiven Sensoren
  • Teilweise komische Übersetzungen der Meldungen (oder in anderen Sprachen)
  • Eigenartiger Blinker-Sound (über die Lautsprecher) - kann aber leiser gestellt werden
  • Rücksitzbank kann nicht verschoben werden (wie bei anderen Smarts)
  • Lenkradheizung ist selbst auf der höchsten Stufe nicht sehr warm
  • Batterie des Funk-Schlüssels ist schnell leer (hat nur 5 Monate gehalten)
  • Kein Autocharge (ISO 15118) unterstützt

Weitere Infos

Eigene Hintergrundbilder

Verbaut sind zwei 13 Zoll-OLED-Displays mit je 2,5K Auflösung. Da ich von 16:9 Displays ausgehe, habe ich einfach eine Auflösung von 2560 × 1440 Pixeln angenommen. Das Dateiformat muss bmp, jpg oder png sein. Die Dateigröße sollte größer 150 kB und kleiner 20 MB sein. Entweder man lädt ein einzelnes Foto je Bildschirm, oder ein großes Panorama-Bild:

  • je Display 2560 × 1440 pro Bilddatei
  • für beide Displays ein großes Bild mit 5120 × 1440

Ich habe einen einfachen 64 GB USB-Stick (USB-C) genommen und mit exFAT formatiert. Wichtig ist, dass dieser in den richtigen USB-Port eingesteckt wird (siehe Foto). Nach der Übertragung kann der USB-Stick entfernt werden.

Insgesamt können 20 eigene Hintergrundbilder gespeichert werden.

Smart #5 / USB-Stick

»Smart #5 / USB-Stick«

Smart #5 / Hintergrund-Einstellungen

»Smart #5 / Hintergrund-Einstellungen«

Smart #5 / Eigener Hintergrund

»Smart #5 / Eigener Hintergrund«

Weitere Schlüssel anlernen

Wie schon gesagt, sind wir mit der Schlüssel-Thematik nicht so ganz glücklich. Die Batterie des “echten” Schlüssels ist jetzt schon nach gut 5 Monaten leer. Verbaut ist eine CR2450 Knopfzelle und das Öffnen ist wirklich nicht sehr angenehm, da man das Gefühl hat den Kunststoff komplett zu zerbrechen. Und ein neuer Schlüssel wäre extrem teuer!

Ich möchte also als Backup mindestens eine zweite NFC-Schlüsselkarte haben. Ich habe die mitgelieferte Karte mit der App NXP TagInfo auf Android 16 (Pixel 8) ausgelesen, da mein iPhone 14 Pro mit der gleichen App nichts geliefert hat.

Auf der Schlüsselkarte wird ein P5CN036 NXP SmartMX (P5-Serie) mit 36 kB EEPROM genutzt, welcher auch in Bankkarten oder elektronischen Reisepässen zum Einsatz kommt. Als Software wird mit Java Card (Global Platform), Version 2.1.1 angezeigt. FameXE wird als kryptografischer Co-Prozessor genutzt (für asymmetrische Verschlüsselungen wie RSA).

Außerdem ist GP Secure Channel Protocol: 02 option 15 gesetzt:

  • C-MAC (Command Integrity): Jeder Befehl, der an die Karte gesendet wird, muss digital unterschrieben sein.
  • C-DECRYPTION (Confidentiality): Die Daten, die zur Karte gesendet werden (z. B. das Applet selbst oder neue Schlüssel), werden verschlüsselt übertragen.
  • R-MAC (Response Integrity): Auch die Antworten der Karte sind signiert.

Man bräuchte also das MPCOS (Multi-Purpose Card Operating System) Applet von Smart (eine .cap Datei), müsste dieses zusammen mit einem neuen Schlüssel (welcher wahrscheinlich von Smart signiert sein muss) auf die leere Karte spielen und diese dann (wie auch immer das gehen soll) am Fahrzeug anlernen. Wahrscheinlich über irgendwelche Service-Menus.

Die gute Nachricht: Die Karten sind extrem sicher! Niemand kann einfach so eine bestehende Karte kopieren/vervielfältigen.

Ich werde einfach eine weitere Karte bei Smart bestellen und diese anlernen lassen. Leider kostet diese knapp 139 Euro brutto! Der Funkschlüssel ist wohl noch deutlich teurer. Davon sind nur ca 22 Euro die physische Karte. Die restlichen Kosten kommen fürs Anlernen hinzu. Keine Ahnung, warum ich die Karte nicht einfach selbst bestellen und anlernen kann.

Bildschirme für andere Hardware nutzen

Mit smart OS 2.2.0 kam eine Erweiterung, dass man das integrierte Beifahrer-Display für externe Inhalte nutzen kann. Leider wird der Monitor per USB-C aber nicht einfach nur als externer Monitor erkannt, sondern man braucht eine Video-Eingabe (wie z. B. von einer Webcam). Klingt nach UVC (USB Video Class). Um nun also eine Spielekonsole, Laptop, o.ä. auf den Monitoren nutzen zu können, muss eine Capture-Card zwischengeschaltet werden! Die gibt es zwar vergleichsweise günstig, aber wirklich praktisch ist das aus meiner Sicht nicht. Kabelsalat ist vorprogrammiert.

Ganz ehrlich: Bevor man sich solchen Spielereien widmet, sollten erstmal die offenen Basics erledigt werden. Und zwar welche, die mit der Kernkompetenz des Fahrzeugs zu tun haben: Fahren! Es gibt so viele Baustellen in der Software (Ladeplanung, App, Verkehrszeichenerkennung, …), dass ich das Thema als verschwendete Zeit ansehe.

Andere Apps

Die Qualität der offiziellen App Hello Smart ist wohl nicht nur mir negativ aufgefallen. Clément Gonzalvez und Christian Gonzalvez bieten mit der App Hello # eine Alternative an: iOS App-Store. Die App hat nur wenige Bewertungen, aber diese sind extrem positiv. Auch im Forum wird die App regelmäßig gelobt und die Entwickler sind dort aktiv.

Die App ist seit Version 2.x auch mit dem Smart #5 kompatibel!

Ich persönlich bin aber kein Fan davon, kritische Informationen (wie Zugangsdaten zu meinem Cloud-Account des Fahrzeugs) and Dritte weiterzugeben. Ich möchte niemandem etwas unterstellen. Zumal Clément und Christian auch beruflich Apps entwickeln und auf LinkedIn oder der Webseite zur App alles öffentlich ist.

Für Android gibt es außerdem die App SMore#, welche ebenfalls über 1.000 Downloads hat und gut bewertet wurde: Google Play Store. Der Entwickler, Dirk Trossen aus München, ist ebenfalls mit eigener Webseite zu finden.

Smart Home Integration

Für Home Assistant gibt es die Integration pySmartHashtag, welche die API der App nutzt: https://api.ecloudeu.com bzw. https://apiv2.ecloudeu.com.


Transparenz-Hinweis (Level 1: Komplett selbst finanziert)

An diesem Beitrag ist kein Hersteller beteiligt! Sämtliche Produkte habe ich selber gekauft und trage die kompletten Kosten für diesen Beitrag alleine! Die Inhalte wurden somit von niemandem gesehen oder abgestimmt. Es handelt sich zu 100 Prozent um meine persönliche Meinung und Erfahrung! Danke an die Community, dass ich solche Inhalte für die Allgemeinheit zur Verfügung stellen kann!

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